Zirbenöl selber machen: Anleitung & Grenzen
„Kann ich Zirbenöl nicht einfach selbst machen?" – das ist eine der häufigsten Fragen rund um die Zirbe. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was Sie unter Zirbenöl verstehen. Echtes, konzentriertes ätherisches Öl lässt sich zu Hause nicht herstellen. Ein duftendes Zirben-Auszugsöl für Haut und Massage hingegen schon – und das sogar ziemlich einfach. In diesem Ratgeber klären wir den entscheidenden Unterschied, zeigen eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung und erklären, warum für echtes ätherisches Öl der Weg über einen seriösen Kauf führt.
Ätherisches Öl vs. Mazerat
Bevor es ans Selbermachen geht, müssen zwei Begriffe klar getrennt werden. Das ätherische Öl ist das hochkonzentrierte, flüchtige Aroma der Zirbe. Es wird durch Wasserdampfdestillation aus großen Mengen Holz, Nadeln und Zweigen gewonnen und ist so intensiv, dass schon wenige Tropfen einen ganzen Raum beduften. Genau dieses Öl kommt in Diffusern, Saunaaufgüssen und Raumsprays zum Einsatz.
Das Auszugsöl, auch Mazerat genannt, ist etwas völlig anderes. Hier lässt man Pflanzenteile in einem fetten Trägeröl ziehen, das dabei Duftstoffe und fettlösliche Bestandteile aufnimmt. Das Ergebnis ist ein mildes, angenehm duftendes Öl, das sich gut für die Hautpflege und Massagen eignet – aber nicht flüchtig genug ist, um einen Raum zu beduften. Wenn von „Zirbenöl selber machen" die Rede ist, ist praktisch immer dieses Auszugsöl gemeint.
Zirben-Auszugsöl selbst ansetzen
Ein Zirben-Mazerat herzustellen ist unkompliziert und braucht vor allem eines: etwas Geduld. Das Prinzip ist denkbar einfach – Zirbenmaterial wird in ein Trägeröl gegeben und zieht über mehrere Wochen, bis das Öl Duft und Farbe angenommen hat. Anschließend wird es abgefiltert und abgefüllt. Das Mazerat eignet sich danach als Körperöl, Massageöl oder als Basis für selbstgemachte Balsame.
Wer das fertige Mazerat mit einem intensiveren Zirbenduft veredeln möchte, kann am Ende ein paar Tropfen echtes ätherisches Zirbenöl einrühren. So verbinden sich der pflegende Charakter des Auszugsöls mit dem vollen Aroma des destillierten Öls.
Benötigtes Material (Zapfen, Trägeröl)
Für Ihr selbstgemachtes Zirben-Auszugsöl brauchen Sie nur wenige Zutaten und Utensilien:
- Zirbenmaterial: frische oder getrocknete Zirbenzapfen, alternativ Zirbenspäne
- Trägeröl: ein neutrales, hautfreundliches Öl wie Mandel-, Jojoba- oder mildes Olivenöl
- Gefäß: ein sauberes, gut verschließbares Schraubglas
- Filter: ein feines Sieb, ein Mulltuch oder Kaffeefilter zum Abseihen
- Optional: ein paar Tropfen echtes ätherisches Zirbenöl für mehr Duftintensität
Achten Sie auf saubere, trockene Gefäße – Feuchtigkeit kann das Öl verderben lassen. Zirbenspäne sind besonders praktisch, weil sie viel Oberfläche bieten und ihren Duft schnell ans Trägeröl abgeben.
Schritt für Schritt
- Material vorbereiten: Zerkleinern Sie die Zirbenzapfen grob oder geben Sie eine Handvoll Zirbenspäne in das saubere Glas.
- Öl aufgießen: Übergießen Sie das Material vollständig mit dem Trägeröl, sodass alles bedeckt ist. Verschließen Sie das Glas gut.
- Ziehen lassen: Stellen Sie das Glas zwei bis vier Wochen an einen warmen, nicht direkt sonnigen Ort. Schütteln Sie es täglich leicht.
- Prüfen: Riechen Sie zwischendurch am Öl. Sobald Ihnen Duft und leichte Färbung gefallen, ist das Mazerat fertig.
- Abseihen: Filtern Sie das Material durch Sieb oder Tuch ab und fangen Sie das Öl in einer sauberen, dunklen Flasche auf.
- Veredeln (optional): Rühren Sie nun bei Bedarf einige Tropfen echtes ätherisches Zirbenöl ein.
- Lagern: Bewahren Sie das fertige Auszugsöl dunkel und kühl auf und verbrauchen Sie es innerhalb einiger Monate.
Machen Sie vor der ersten Anwendung auf der Haut einen kleinen Verträglichkeitstest in der Armbeuge. Weitere Hinweise zu Hautanwendungen finden Sie in unserem Beitrag zu Zirbenöl auf der Haut sowie bei den Zirben-Massageölen.
Warum echtes ätherisches Öl Destillation braucht
So schön ein selbstgemachtes Mazerat ist – ein echtes ätherisches Zirbenöl ersetzt es nicht. Der Grund liegt im Herstellungsverfahren. Die flüchtigen Aromastoffe der Zirbe sind so fest im Holz gebunden, dass sie sich nur durch Wasserdampfdestillation in konzentrierter Form herauslösen lassen. Dabei wird heißer Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial geleitet, der die ätherischen Bestandteile mitnimmt; beim Abkühlen trennen sich Öl und Wasser.
Dieses Verfahren erfordert eine professionelle Destille und große Mengen Holz – für einen Liter ätherisches Öl werden enorme Mengen Pflanzenmaterial benötigt. Zu Hause ist das nicht realistisch nachzustellen. Wer den intensiven Duft für Diffuser oder Sauna möchte, ist deshalb mit gekauftem, naturreinem ätherischem Öl besser bedient. Achten Sie dabei auf die Kennzeichnung „100% naturrein" und den botanischen Namen Pinus cembra.
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